Festung Carcassonne in Südfrankreich
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Fotografie © Erik Benitez
Festung Carcassonne in Südfrankreich, Fernstudium beim Institut für Lernsysteme, Fotografie-professionell gemacht
Während des Kreuzzuges gegen die Albigenser war der junge Vicomte Trencavel der ideale Sündenbock. Er übergab Carcassonne nach der Plünderung von Bezier. Nachdem er gefangen genommen wurde starb er kurze Zeit danach. Sein Hab und Gut gingen an Simon von Monfort. Danach an den König von Frankreich. Dieser verleibte die Stadt der königlichen Domäne ein. Für die mittelalterliche Festungsbaukunst ist Carcassonne ein herausragendes Beispiel. Die westliche Flanke nahm das Grafenschloss Trencavel ein. Am Ende des 12. Jahrhunderts wurde die Festung auf bereits bestehenden Bauten aus dem Hochmittelalter errichtet. Sie ist an die Stelle einer gallorömischen Siedlung getreten. Auf die westliche Ringmauer stützt sich der älteste Teil. Eine Festungsmauer dagegen schützte das Grafenschloss. Diese Mauer wurde nach der Unterwerfung der Stadt unter der Regierungszeit Ludwigs des Heiligen und Philipps des Kühnen angelegt. Carcasssonne wurde im 19. Jahrhundert von dem Architekten Viollet-le Duc restauriert. Das Grafenschloss wurde von sechs Türmen verteidigt. Im Schloss ist heute ein schönes Steinmuseum untergebracht. Es sind runde Stelen zu sehen, welche oft den Katharern zugeschrieben werden. Dafür gibt es jedoch keine Beweise. Ihre runde Form verhüllte das Kreuz Christi, welches die Manichäer ablehnten. Sie erkannten die Fleischwerdung Gottes auf der Erde und seinen Kreuzweg nicht an.
Ende des 10. Jahrhunderts wurde mit dem Bau der Kathedrale Saint-Nazaire begonnen. Das Schiff ist romanisch. Das Querschiff und der Chor sind gotisch.Der im südlichen Querschiffsarm mit dem Kreuz des Languedoc und dem Löwen der Familie Montfort geschmückte Grabstein soll der Montforts sein. Unbekannt ist die Herkunft eines ergreifenden Flachrelief, welches eine Belagerung darstellt. Es bezieht sich wahrscheinlich auf den Sturm der Kreuzritter auf Carcassonne. Oder auf den Angriff , welchen 1240 Trencavel unternahm, um seine Stadt zurückzuerobern.
Ein Grabmahl mit der Inschrift Sans Morlane befindet sich unweit des Einganstores Sainte-Anne der Kathedrale Saint-Nazaire. Dies ist der Name eines Pfarrers von Saint-Nazaire. Er war angeblich kein Vollendeter, nahm aber an den Versammlungen der Katharer teil. Sein Bruder war Guillaume-Arnaud Morlane. Dieser war Stiftsherr von Carcassonne und soll konsoltiert worden sein. Bei einer Verschwörung, bei welcher es darum ging den Inquisitoren die Ledersäcke abzunehmen, in welchen sie die Akten und Beweise gegen die Häretiker aufbewahrten stand Sans Morlane im Mittelpunkt. Sie hatten keinen Erfolg. Die Inquisitoren fuhren mit ihrer Arbeit fort. Sans Morlane appellierte an den Pabst. Pabst Honorius IV. liess sich die Akten zuschicken bezeichnete sie als regelwidrig. Sans Morlane starb im Jahre 1311. Er wurde in Saint-Nazaire beigesetzt. Die Überreste seines Quisin Arnaud wurden ausgegraben und verbrannt.
An die gefürchtete Rechtssprechung der Kirche und die unbarmherzigen Methoden, die sie anwandten um um versteckte Katharer ausfindig zu machen erinnert der Turm der Inquisition. Während die Untersuchungen weiterliefen wurden die Verurteilten ins Gefängnis geworfen. Die Vorstädte von Carcassonne wurden während des Kreuzzugs gegen die Albigenser dem Erdboden gleichgemacht. Ihre Bewohner hatten sich 1240 beim Angriff auf die Seite ihres ehemaligen Herrn Trencavel geschlagen. Zur Erinnerung der ehemaligen Vorstädte wurden die Pfarrgemeinden Saint-Vincent und Saint-Michael angelegt. Sie liegen der mauernumschlosenen Altstadt gegenüber. Man spricht auch von der sogenannten Unterstadt.
Die Burg von Pennautier liegt nicht weit entfernt. Sie war das Hauptquartier Montforts während des Kreuzzuges. Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss in seiner heutigen Form errichtet und später umgebaut. Le Notre legte dort einen schönen Park an.


