Geierstein am Morgen
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Fotografie © Erik Benitez
Geierstein am Morgen, Fernstudium beim Institut für Lernsysteme, Fotografie-professionell gemacht
Geierstein, der unheimliche Berg
Obwohl der Geierstein der eigentliche Hausberg von Lenggries ist, wird er selten erwähnt. Lenggries ist als Brauneckdorf mit seinem Brauneck bekannt. Der Geierstein ist mit seiner Bergwildnis für den Tourismus nicht geeignet. Das Brauneck auf der anderen Seite ist bekannt für sein problemloses Berggelände. Mit seinen Liften und Hütten lädt es zum Wandern ein. Es führen verschiedene Wege hinauf. Man kann das Brauneck auch von Lenggries aus mit der Bergbahn und von Wegscheid (im Winter) mit dem Skilift erreichen. Der Geierstein dagegen ist schwer durchdringlich. Er ist dich bewaldet. Beim Aufstieg verlässt man den Wald erst kurz vor erreichen der Felskrone. Im Gegensatz zum Touristentrubel ist es am Geierstein sehr ruhig. Dies macht den Reiz für den ruhesuchenden Bergwanderer aus.
Es führen zwei Stege hinauf. Der Geierstein besitzt keine Hütte, nichtmal einen Unterstand. Der letzte Anstieg auf dem langen Felsenriff ist nicht ungefährlich. Er ist abschüssig, nass und schlüpfrig. Eben nicht harmlos. Die Unfallgefahr ist gross und nicht zu unterschätzen. Ein gebrochenes Bein kann beim Nichtbesitz eines Handys oder in einem Netzloch zu einer Katastrophe führen.
Der Geierstein weist in dieser Region die meisten Toten auf. Er hat den Ruf der Tragödien und des Unheils. Hier oben verschwanden auf ungeklärter Weise mehrere Menschen. Ein Mädchen wurde Opfer eines Lustmörders. Bergwanderer stiessen auf verwesende Selbstmörder. Ein tödliches und auch das letzte Wildererdrama passierte hier. Auch ein Hohenburger Braumeister, welcher sich hier oben gut auskannte, stürzte ab und ließ sein Leben. Ein entlaufener Hund verschwand für immer. Einen Abkürzer zu benutzen ist alles andere als ratsam. Wenn man den Steig einmal verlassen hat ist es fast unmöglich ihn wieder zu finden. Dies klingt alles andere als Sympatisch Nichtsdesdotrotz findet am Geierstein alle zwei Jahre eine Bergmesse statt. Diese führt der Gebirgstrachtenerhaltungsverein "Stamm" direkt am Gipfelkreuz durch.
Über die Entstehung seines Namens existieren Sagen. Die genaue Herkunft ist ungewiss. Fest steht mit 1491 Metern seine Höhe. Im Volksmund heisst er auch "Geigerstein". Es wird von einem Einsiedler gesprochen, welchem die Bevölkerung Lebensmittel brachten. Er spendete Trost und heilte Menschen und Tiere. Abends spielte er auf seiner Geige. Er starb nachdem ihm ein Adler die Augen auspickte. Zum anderen gibt es die Geschichte vom Sohn einer armen Witwe. Er war ein guter Geiger. Ausgebildet wurde er in Italien. Er sass auf einem Felsen und spielte Geige. Von einem Windstoss erfasst stürzte er ab und starb.
In alten heimatkundlichen Unterlagen wird auch von dem Namen "Geigelstein" berichtet. Er kommt vom altdeutschen Wort "Gigal" und kommt von Bergschaf. Es ist aber eher unwahrscheinlich am abschüssigen Gelände des Geiersteins Schafe anzutreffen. Er ist schon der Geierstein, da hier die mächtigen Tagraubvögel Unterschlupf suchten und hier gute Beute fanden. Unterhalb des Geiersteins liegt der Hohenburger Schlossweiher. Von oben betrachtet sieht dieser Moorweiher wie ein schwarzes Auge im Wald aus.
Zu guter letzt ist zusagen, daß der Geierstein sehr Naturbelassen ist und es auch so bleiben soll.


