Christine auf dem Turm
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Fotografie © Erik Benitez
Christine auf dem Turm, Fernstudium beim Institut für Lernsysteme, Fotografie-professionell gemacht
Christines Burg
Christines Traum von einer realen Welt in die Anderswelt auf ihre Burg Hohenfreyberg zu entfliehen erfüllte sich. Sie war eine im Lande hoch angesehene Burgherrin mit viel Macht, welche sie jedoch niemals negativ nutzte. So sah sie das Volk am liebsten: Zu ihr hinaufschauend, kein Hauch von Aggressivität. Nur das Gute und Schöne verheissend. Glücklich war sie auf Ihrer Burg. Oft saß sie im hohen Gras, genoß den Blick ins weite Land auf ihre Gäste wartend. Vertraute Gäste waren ihr stets willkommen mit welchen sie ausgelassene Feste der Sinnesfreuden feierte. Viele Jahre hielt das sorglose ausgelassene Leben zu Hofe an und Christine wünschte es sich so für ihr ganzes Leben.
Doch fremde, böse Mächte machten sich im Land breit. Das traurige Schicksal nahm seinen Lauf. Die Gäste blieben aus, die Bediensteten konnten nicht mehr bezahlt werden. Christine fand sich allein wieder. Einsam und traurig drehte sie ihre Runden im verlassenen Gemäuer und denkt an lebensfrohe, vergangene Zeiten, welche sie sich immer wieder herbeiwünschte. Ein karges, entbehrungsreiches Leben war alles was ihr blieb. Die Welt hatte sie vergessen. Ihr Lebenswille sank von Tag zu Tag. Die Burg jedoch wollte sie nicht verlassen, lieber wolle sie sterben. Trotz allen Unglück blieben ihr die Eigenschaften traumhafter Schönheit eines zarten Wesens. Doch für was noch Leben, dachte sie sich lange. Als dieser Gedanke sich in ihr tief verwurzelte, stieg sie auf den hohen Turm, blickte ein letztes mal auf ihre geschundene Burg. Sie verspürte nur noch diesen Todeswunsch, welchen es nicht mehr zu verdrängen galt. Als sie vor dem Todessprung die Arme weit öffnete kamen ihre letzten Worte: "Ich bin hier geboren, ich hab hier gelebt, ich bin hier gestorben." über ihre Lippen.
Die traurige Tat erlöste sie von ihren Qualen. Sogar Tot strahlte sie Schönheit aus, welche nicht zu sterben schien als über ihr der Himmel im Gewitterlicht weinte.


