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Leonhardifahrt, Truhenwagen

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Bild Leonhardifahrt, Truhenwagen, Hamburg, Bild vom Fernstudium, Fotografie-professionell gemacht, Institut für Lernsysteme, zugelassen von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht, Copyright Erik Benitez Foto

Fotografie © Erik Benitez
Leonhardifahrt, Truhenwagen, Fernstudium beim Institut für Lernsysteme, Fotografie-professionell gemacht

Die Tölzer Leonhardifahrt zählt zu den schönsten Glaubens- und Brauchtumsfesten in Bayern. Der heilige Leonhard ist der Schutzpatron der Bauernhöfe. Seit Jahrhunderten wird er auf dem Tölzer Kalvarienberg verehrt. Der Pfarrer Joseph Pfaffenberger hat der Wallfahrt1856 eine feste Ordnung gegeben, welche bis in unsere Zeit ihre Gültigkeit hat. Davor ist die Wallfahrt sehr zügellos verlaufen. Jedes Jahr am 6. November pilgern Bauern und Städter auf den Kalvarienberg. Meist ist die Witterung herbstlich mild, jedoch liegt im seltenen Fall schon Schnee. Von vier Rössern werden die Tafel- oder Truhenwagen, welche schön geschmückt sind, gezogen. Die Fahrt beginnt im Badeteil und führt durch die Altstadt die Marktstrasse hinauf zum steilen Anstieg zum Tölzer Kalvarienberg und endet an der St. Leonhardskapelle. Der Pfarrer segnet die Pferde und die Wallfahrer bei der Umfahrt um die Kapelle. Zu den Pferden zählt das Kaltblut, Haflinger und die mächtigen Belgier. Sie ziehen die prachtvoll geschmückten Truhenwagen mit den betenden Landfrauen, Trachtlern und Gebirgsschützen auf den Tölzer Kalvarienberg. Jedes Jahr sind tausende von Menschen mit dabei. Es ist eben der ungeschriebene Feiertag in Bad Tölz. Im Mittelpunkt der Wallfahrt stehen die prachtvoll geschmückten Rösser und Truhenwagen. Ausserdem ist die Tölzer Leonhardifahrt alljährlich Treffpunkt tausender Brauchtumsfreunde aus ganz Bayern.Wenn der 6. November auf einen Sonntag fällt findet die Fahrt entweder einen Tag davor oder danach statt, da es Brauch ist für diese Wallfahrt einen Werktag zu opfern. Die prächtigen Trachten der Bäuerinnen und Landmädchen, die Schutzmonturen und die mit Liebe gezierten Truhenwagen, welche mit Blumen gekrönt sind gehören zum einmaligen Bild der Tölzer Leonhardifahrt. Über die ersten Leonhardifahrten gibt es keine Berichte. Desöfteren in der Geschichte dieser wünderschönen Wallfahrt musste sie ausfallen. 1917 und 1918 in der Zeit des ersten Weltkrieges. 1939 wegen der Maul und Klauenseuche und in der Zeit des zweiten Weltkrieges von 1940 bis 1945. Seit 1945 fand sie ohne Unterbrechung statt. Im zehn Kilometer entfernten Lenggries findet auch eine Leonhardifahrt statt. Diese ist am Sonntag nach der Tölzer Leonhardifahrt, da an dieser auch Lenggrieser Gespanne teilnehmen. Die Lenggrieser Leonhardifahrt führt zur St. Dionysius Kapelle welche bei Schloß Hohenburg steht. Die Kapelle besitzt an der Innenwand eine schmiedeeiserne Kette. Ursprünglich ist der heilige St. Leonhard Schutzpatron des Vieh- und der Pferde und auch der Gefangenen. Der Ritt in Lenggries ist mehr der lockere Umritt aus dem Volk heraus und nicht so perfekt organisiert, wie die Fahrt in Bad Tölz.

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