Stolzer Trachtler mit Pferd
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Fotografie © Erik Benitez
Stolzer Trachtler mit Pferd, Fernstudium beim Institut für Lernsysteme, Fotografie-professionell gemacht
Sankt Leonhard in Altbayern
Leonhard hielt um das Jahr 1900 Einzug in Altbayern. Er ist der Schutzpatron der Gefangenen und ist ihr Kettenlöser. Auch war er Geburtenhelfer und durch viele Legenden bekannt. Aufgrund hohen Interesse wurden Nachforschungen über das Grab und seine Reliquien gestellt. Für die Verbreitung der Leonhardsverehrung setzen sich besonders Mönche der Zisterzienser ein. Für die frühe Anwesenheit in Altbayern sind viele Kirchen und Kapellen der Beweis. Diese sind dem heiligen Leonhard geweiht. Die Älteste steht in Kreuth. Sie wurde 1184 erbaut. Vermutlich 1549 fand hier eine der ersten Leonhardifahrten statt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1599. Auf dem Weg nach Rom hat Kaiser Heinrich im Jahre 1020 in Kundl bei Wörgl in Tirol eine Leonhardikirche bauen lassen. Diese soll durch Pabst Benedikt VIII geweiht worden sein. Eine weitere Kapelle entstand in Aigen bei Simbach ungefähr zur selben Zeit wie die Kirche in Kreuth. In Inchhofen bei Aichach wurde 1289 eine bedeutende Waallfahrtskirche errichtet. Im 13. bis 14. Jahrhundert wurde Leonhard von der katholischen Kirche anerkannt. Im Bistum eingeführt kam es in Oberbayern im Laufe der Zeit zu vielen Kirchengründungen. Diese dienten zur Verehrung des heiligen Leonhard. Beispielsweise im Peißenberger Forst bei Waging und auch in Buchet bei Schnaitsee. Auf die Gegenwart des Heiligen weisen Ortsnamen wie Leonhardsbuch bei Freising und Leonhardspfunzen bei Rosenheim hin. In Aschau geht aus Pfarrakten aus dem Jahre 1850 hervor, dass Eisenarbeiter aus dem Priental am Leonhardstag (der 6.November) zum Gottesdienst gingen. Dort brachten sie dem Heiligen Opfergaben dar. In Heutiger Zeit ist der heilige Leonhard hauptsächlich als Schutzpatron des Viehs und der Pferde bekannt. Für diesen Patronat findet man erst im 18. und 19. Jahrhundert Beweise. Die Opfergaben und Votivgeschenke damals waren Hufeisen Zierbilder, Viehketten und kleine Tierfiguren. Das sich der Brauch erhalten hat ist die Durchführung der Leonhardifahrten und Ritte. Es wird von Volkskundlern vermutet, dass sich etwa im 17. Jahrhundert eine Patronatsumwandlung vollzogen hat. Vom Beschützer der Kranken und Gefangenen zum Viehpatron, hauptsächlich zum Pferdepatron. Der Wandel ist wenig erforscht worden. Das älteste Zeichen ist die Kette. An dieser hängt oft eine kleine, bittende Figur eines Gefangenen. Vermutet eine Gedankenbrücke von der der Gefangenenkette zur Viehkette. Diese hat sich in den Köpfen des Volkes entwickelt. Im Barock tauchen Figuren mit Rind oder Pferd als Attribut auf. Anfangs handelt es sich bei Leonhard um ein Viehpatronat. Erst im 19.Jahrhundert wird er zum Herrn der Rosse benannt. So Beispielsweise im Umrittsort Bad Tölz. In der Barockzeit gab es zahlreiche Viehseuchen. Dies förderte die Verbreitung des Kultes.


